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Welcher ACOS ist gut?

Die ehrliche Antwort lautet: Das lässt sich ohne dein Buch nicht sagen. Ein ACOS von 40 % kann für den einen Titel ein solides Geschäft sein und für den nächsten ein Zuschuss.

Warum die Zahl allein nichts aussagt

ACOS heißt Advertising Cost of Sale: Werbekosten geteilt durch den Umsatz, den die Werbung erzeugt hat. Gibst du 30 € aus und verkaufst dafür für 130 €, liegt dein ACOS bei knapp 23 %.

Nur behältst du diese 130 € nicht. Bei einem Taschenbuch über KDP bleibt dir die Tantieme — 60 % vom Nettopreis, abzüglich der Druckkosten. Genau dieser Anteil entscheidet, wie viel Werbung du dir leisten kannst. Zwei Bücher mit demselben Preis können deshalb völlig verschiedene Grenzen haben, wenn eines 200 und das andere 500 Seiten hat.

Die einzige Zahl, die zählt

Statt nach einem allgemein guten ACOS zu suchen, rechne deinen Break-even aus — den Punkt, an dem Werbekosten und Tantiemen sich genau ausgleichen:

Break-even-ACOS = Tantiemenquote ÷ (1 + MwSt.) − Druckkosten ÷ Listenpreis

Vier typische Fälle, jeweils mit 7 % Mehrwertsteuer und den üblichen KDP-Quoten:

BuchTantieme je VerkaufBreak-even-ACOS
Taschenbuch, 12,99 €4,78 €36,8 %
Taschenbuch, 9,99 €3,10 €31,0 %
Hardcover, 22,99 €7,39 €32,1 %
E-Book, 4,99 €3,26 €65,4 %

Die Druckkosten hängen von Seitenzahl und Ausstattung ab; die Werte hier sind Beispiele. Trag deine echten Zahlen in den Rechner ein.

Dieselben 40 % ACOS sind beim E-Book für 4,99 € ein gutes Geschäft und beim Taschenbuch für 9,99 € ein Verlust. Das ist der ganze Punkt.

Break-even ist eine Obergrenze, kein Ziel

Genau am Break-even arbeitest du umsonst: Jeder verkaufte Titel bringt exakt so viel ein, wie seine Bewerbung gekostet hat. Sinnvoller ist ein Ziel-ACOS mit Abstand. Willst du 30 % der Tantieme behalten, liegt dein Ziel bei 70 % des Break-even — aus 36,8 % werden 25,8 %. Der Ziel-ACOS-Rechner nimmt dir das ab.

Ein höherer ACOS kann trotzdem richtig sein, etwa bei einem neuen Titel, der Sichtbarkeit und Rezensionen braucht. Das ist dann eine bewusste Investition und kein Versehen — der Unterschied liegt darin, dass du die Grenze kennst, die du überschreitest.

Vorsicht bei frischen Zahlen

Amazon Ads schreibt einen Verkauf dem Tag des Klicks zu, nicht dem Tag des Kaufs. Wer heute klickt und in zwölf Tagen kauft, lässt den Umsatz von heute rückwirkend steigen. Die letzten Tage sehen deshalb immer schlechter aus als eine Woche, die bereits ausgereift ist.

Klicks, Impressionen und Klickpreis stehen dagegen sofort fest. Damit lassen sich Gebote und Targeting schnell korrigieren — nur über den ACOS solltest du erst urteilen, wenn genug Klicks zusammengekommen sind und die jüngsten Tage nicht mehr im Bewertungsfenster liegen.